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Quellensteuer in Georgien

WHT · QS · Abzugsteuer · Quellenabzug · Dividendensteuer Georgien

Level: intermediate· 4 min read· Updated 2026-07-22

Definition

Die Quellensteuer (Withholding Tax, WHT) in Georgien ist eine Steuererhebungsmethode, bei der die Steuer direkt an der Entstehungsquelle – also vom auszahlenden Subjekt – einbehalten und an den Fiskus abgeführt wird. In Georgien betrifft dies primär Zahlungen von juristischen Personen an natürliche Personen oder Nicht-Ansässige, insbesondere bei Dividenden (5%), Zinserträgen (5%) und bestimmten Mieterträgen (5% oder 20%).

In detail

Funktionsweise der Quellensteuer in Georgien

Die Quellensteuer (Withholding Tax, WHT) ist ein zentrales Instrument des georgischen Steuersystems zur Vereinfachung der Steuererhebung. Sie verlagert die Verantwortung für die Steuerabführung vom Empfänger auf den Zahler. Wenn eine georgische juristische Person (z.B. eine LLC oder ein Bauträger) Zahlungen an eine natürliche Person oder ein ausländisches Unternehmen leistet, ist sie gesetzlich verpflichtet, den entsprechenden Prozentsatz einzubehalten und spätestens zum 15. des Folgemonats an den Staat abzuführen.

Relevante Steuersätze für Immobilieninvestoren

1. Mieterträge (Residential & Commercial): Wenn ein Mieter eine juristische Person ist und von einer natürlichen Person mietet, beträgt die Quellensteuer in der Regel 20%. Es gibt jedoch eine Sonderregelung: Bei Registrierung des Mietvertrags als Wohnraumvermietung kann der Satz auf 5% reduziert werden (ohne Abzugsmöglichkeit von Ausgaben).

2. Dividenden: Ausschüttungen aus georgischen Unternehmen an natürliche Personen (Residenten oder Nicht-Residenten) unterliegen einer Quellensteuer von 5%. Dies ist oft die Endbesteuerung, d.h., der Empfänger muss diese in Georgien nicht erneut deklarieren.

3. Zinsen: Zinszahlungen an natürliche Personen unterliegen ebenfalls einem Satz von 5%.

4. Dienstleistungen: Zahlungen an Gebietsfremde für Dienstleistungen, die in Georgien erbracht wurden, können mit 10% oder 15% besteuert werden, sofern kein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) Anwendung findet.

Bedeutung für Gebietsfremde

Georgien hat mit über 50 Staaten (einschließlich Deutschland, Österreich und der Schweiz) Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Diese Abkommen dienen dazu, eine Zweifachbesteuerung derselben Einkünfte zu vermeiden oder die Quellensteuersätze weiter zu reduzieren. Dennoch bleibt die WHT ein kritischer Faktor bei der Cashflow-Kalkulation von Immobilienprojekten.

Georgian context

Im georgischen Kontext ist das 'Estnische Modell' der Unternehmensbesteuerung wichtig: Gewinne werden erst bei Ausschüttung besteuert. Die 5%ige Quellensteuer auf Dividenden greift also in dem Moment, in dem der Gewinn das Unternehmen verlässt. Für Immobilienbesitzer ist die strikte Unterscheidung zwischen Mietzahlungen von Privatpersonen (keine Quellensteuer, Selbstveranlagung) und Zahlungen durch Firmen (Quellensteuerpflicht) von höchster Bedeutung für die Compliance.

Real example

Ein deutscher Investor vermietet ein Apartment in Batumi an eine georgische Verwaltungsgesellschaft (Management Company). Die vertraglich vereinbarte Monatsmiete beträgt 1.000 USD. Da die Verwaltungsgesellschaft eine juristische Person ist, agiert sie als Steueragent. Sie behält 5% (50 USD) Quellensteuer ein (vorausgesetzt, die Immobilie ist für Wohnzwecke registriert) und führt diese an den georgischen Revenue Service ab. Der Investor erhält 950 USD netto auf sein Konto. Die Verwaltungsgesellschaft stellt auf Anfrage eine Bescheinigung über die abgeführte Steuer aus, die der Investor in Deutschland zur Anrechnung im Rahmen des DBA nutzen kann.

Common mistakes

  • ×Annahme, dass 18% MwSt durch die Quellensteuer ersetzt wird
  • ×Nicht-Berücksichtigung der Differenz zwischen Brutto- und Nettomiete in Verträgen
  • ×Versäumnis der Registrierung für den 5%-Sondersatz bei Wohnraummiete
  • ×Fehlende Anforderung der Abführungsbescheinigung für das Heimatfinanzamt

Frequently asked questions

Wer muss die Quellensteuer in Georgien abführen?

Die Verpflichtung liegt immer beim zahlenden Subjekt (Steueragent), sofern es sich um eine juristische Person, eine Personengesellschaft oder einen Einzelunternehmer handelt. Privatpersonen, die an andere Privatpersonen zahlen, führen in der Regel keine Quellensteuer ab; hier muss der Empfänger die Steuer selbst deklarieren.

Wie hoch ist die Quellensteuer auf Mieteinnahmen?

Der Standardsatz beträgt 20%. Für die Vermietung von Wohnraum an juristische Personen kann dieser Satz auf 5% gesenkt werden, sofern eine entsprechende Mitteilung an die Steuerbehörden erfolgt. In diesem Fall können jedoch keine werbungskostenähnlichen Ausgaben steuerlich geltend gemacht werden.

Gibt es Quellensteuer auf den Weiterverkauf von Immobilien?

Nein, beim Verkauf von Immobilien durch eine natürliche Person fällt keine Quellensteuer an. Stattdessen fällt ggf. eine Kapitalertragsteuer von 5% (bei Wohnimmobilien nach weniger als 2 Jahren Haltefrist) oder 20% an, die vom Verkäufer selbst deklariert werden muss.

Sind 18% Mehrwertsteuer Teil der Quellensteuer?

Nein, die 18% Mehrwertsteuer (VAT) sind eine eigenständige Umsatzsteuer, die bei Neubauten bereits im Kaufpreis des Bauträgers enthalten sind. Die Quellensteuer hingegen bezieht sich auf Erträge wie Mieten oder Dividenden.

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