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Glossary/Investment

Gewinnschwelle

BEP · BEOR · Gewinnpunkt · Kostendeckungspunkt · Break-Even-Verhältnis · Rentabilitätsschwelle

Level: intermediate· 4 min read· Updated 2026-07-22

Definition

Die Gewinnschwelle, auch Break-Even Point (BEP) genannt, bezeichnet den Zeitpunkt oder das Einnahmenniveau, an dem die Gesamterlöse aus einer Immobilieninvestition exakt die Gesamtkosten decken. Ab diesem Punkt erwirtschaftet das Objekt einen Nettogewinn. In Georgien umfasst dies die Berücksichtigung von Kaufpreis, Nebenkosten, laufenden Betriebskosten und der pauschalen Einkommensteuer auf Mieteinnahmen.

In detail

Definition und Relevanz

Der Break-Even Point (BEP) ist eine fundamentale Kennzahl in der Immobilienwirtschaft, die den Übergang von der Verlust- zur Gewinnzone markiert. Bei einer vermieteten Immobilie wird dieser Punkt erreicht, wenn die Summe der Mieteinnahmen gleich der Summe aus Fixkosten (Hypothekenzinsen, Versicherungen, Grundsteuern) und variablen Kosten (Instandhaltung, Verwaltung, Leerstandskosten) ist.

Komponenten der Berechnung

Um die Gewinnschwelle präzise zu ermitteln, müssen Investoren zwei Perspektiven unterscheiden:

1. Zeitlicher Break-Even: Wie viele Jahre dauert es, bis das investierte Eigenkapital durch Cashflow vollständig zurückgeflossen ist?

2. Operativer Break-Even (Break-Even Occupancy): Welcher Auslastungsgrad (z. B. 60 % Belegung pro Jahr) ist erforderlich, um die jährlichen Betriebskosten zu decken?

Steuerliche Aspekte

In die Berechnung fließen in Georgien spezifische Faktoren ein. Bei privater Vermietung zu Wohnzwecken beträgt der Steuersatz pauschal 5 %, sofern keine Werbungskosten abgesetzt werden. Bei geschäftlicher Vermietung oder Kurzzeitmiete über Plattformen können 20 % Einkommensteuer anfallen, wobei Ausgaben gegengerechnet werden können. Diese steuerliche Belastung verschiebt den Break-Even Point nach hinten.

Bedeutung für die Finanzierung

Für Investoren, die Kredite in Georgien aufnehmen, ist die 'Break-Even Ratio' entscheidend. Sie setzt die Betriebskosten und den Schuldendienst ins Verhältnis zu den Bruttoeinnahmen. Eine Ratio von unter 75 % gilt als gesund, da sie Puffer für Leerstände bietet.

Georgian context

In Georgien ist die Berechnung der Gewinnschwelle eng mit der Mehrwertsteuer (VAT) verknüpft. Da die 18 % MwSt. bei Neubauten gesetzlich immer im vom Bauträger angegebenen Preis enthalten sein müssen, darf dieser Betrag nicht als zusätzliche Kostenposition nach dem Kauf kalkuliert werden. Ein weiterer Faktor ist die Währung: Da Immobilien oft in USD gehandelt, Mieten aber teilweise in GEL (Lari) fixiert werden, können Wechselkursschwankungen den Break-Even Point unerwartet verschieben. Zudem ist die Grundsteuer für natürliche Personen in Georgien sehr niedrig oder entfällt bei geringem Welteinkommen gänzlich, was die Gewinnschwelle im Vergleich zu EU-Ländern positiv beeinflusst.

Real example

Ein Investor kauft ein Apartment in Batumi für 150.000 USD (inkl. 18 % MwSt. im Entwicklerpreis). Die jährlichen Betriebskosten (Nebenkosten, Verwaltung, Instandhaltung) belaufen sich auf 2.000 USD. Die Einkommensteuer auf Mieteinnahmen beträgt 5 %. Um den operativen Break-Even zu erreichen, müssen die Bruttomieteinnahmen mindestens 2.105 USD betragen (2.105 minus 5 % Steuer ≈ 2.000). Um das investierte Kapital von 150.000 USD bei einer Netto-Rendite von 10.000 USD pro Jahr zurückzuerhalten, liegt der zeitliche Break-Even nach 15 Jahren, sofern keine Wertsteigerung beim Wiederverkauf berücksichtigt wird.

Common mistakes

  • ×Vernachlässigung der 5 % oder 20 % Einkommensteuer bei der Cashflow-Rechnung.
  • ×Unterschätzung der Instandhaltungskosten bei Aparthotels in Küstenregionen.
  • ×Annahme, dass die 18 % MwSt. zusätzlich zum Kaufpreis anfallen (sie ist bereits inkludiert).
  • ×Nichtberücksichtigung der Überweisungs- und Währungsumrechnungsgebühren.
  • ×Ignorieren des Leerstandsrisikos in der Nebensaison (z.B. Winter in Batumi).

Frequently asked questions

Wie beeinflusst die georgische Mehrwertsteuer den Break-Even Point?

Die Mehrwertsteuer von 18 % ist bei Neubauten in Georgien immer bereits im Verkaufspreis des Bauträgers enthalten. Für den Investor bedeutet dies, dass keine zusätzliche Steuerlast nach dem Kauf den Kapitalrückfluss verzögert, anders als in Ländern, in denen die MwSt. auf den Kaufpreis aufgeschlagen wird.

Wann erreiche ich den Break-Even bei einer Residenz-Investition von 150.000 USD?

Bei der Schwelle von 150.000 USD für die staatliche Investitionsresidenz hängt der Break-Even von der Mietrendite ab. In Tiflis oder Batumi liegen Netto-Renditen oft zwischen 6 % und 10 %. Ohne Wertsteigerung wird der Break-Even Point des Kapitals somit nach ca. 10 bis 16 Jahren erreicht.

Welche Steuersätze müssen in die BEP-Kalkulation einfließen?

In Georgien sind primär 5 % Einkommensteuer auf Wohneigentumsmiete oder 20 % auf Gewerbe/Kurzzeitmiete relevant. Da es keine jährliche Vermögenssteuer für die meisten ausländischen privaten Investoren (bei Einkommen unter 40.000 GEL) gibt, bleibt die Gewinnschwelle stabiler als in Hochsteuerländern.

Ist der Break-Even Point in Georgien durch Währungsrisiken gefährdet?

Ja, da Immobilienpreise in USD notiert, Mieten aber oft in GEL abgewickelt werden. Eine Abwertung des Lari gegenüber dem Dollar erhöht die Zeit bis zum Erreichen der Gewinnschwelle, wenn die Mieten nicht inflationsgerecht angepasst werden.

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